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Sanierung

iSFP einfach erklärt — Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan?

Von EWI Energieberatung·

Der individuelle Sanierungsfahrplan — kurz iSFP — ist das wichtigste Werkzeug für Hauseigentümer, die ihr Gebäude Schritt für Schritt energetisch sanieren möchten. Er zeigt Ihnen nicht nur, welche Maßnahmen sinnvoll sind, sondern auch in welcher Reihenfolge Sie diese am besten umsetzen. In diesem Ratgeber erklären wir alles, was Sie über den iSFP wissen müssen — verständlich und praxisnah.

Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)?

Der iSFP ist ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) entwickeltes Beratungsinstrument. Er wird von einem zertifizierten Energieberater erstellt und bildet die Grundlage für eine wirtschaftlich und technisch sinnvolle energetische Sanierung Ihres Gebäudes.

Im Gegensatz zu einem einfachen Energieausweis ist der iSFP kein bloßes Dokument zur Pflichterfüllung. Er ist ein umfassender Beratungsbericht, der den energetischen Ist-Zustand Ihres Gebäudes analysiert und einen konkreten Sanierungsfahrplan mit aufeinander abgestimmten Maßnahmenpaketen erstellt. Jedes Maßnahmenpaket enthält eine detaillierte Beschreibung der empfohlenen Maßnahmen, die zu erwartenden Energieeinsparungen, geschätzte Kosten und verfügbare Fördermittel.

Das Besondere am iSFP: Er berücksichtigt die technische Abhängigkeit der Maßnahmen untereinander. Zum Beispiel sollte eine neue Heizung erst nach der Dämmung der Gebäudehülle installiert werden, da die Heizlast nach der Dämmung deutlich geringer ist und die neue Heizung entsprechend kleiner dimensioniert werden kann. Solche Zusammenhänge werden im iSFP systematisch berücksichtigt.

Für wen ist ein iSFP sinnvoll?

Grundsätzlich profitiert jeder Hauseigentümer von einem iSFP — insbesondere wenn das Gebäude älter als 15–20 Jahre ist und noch keine umfassende energetische Sanierung stattgefunden hat. Besonders empfehlenswert ist der iSFP in folgenden Situationen:

  • Sie planen in den nächsten Jahren eine oder mehrere Sanierungsmaßnahmen
  • Sie möchten staatliche Förderungen (KfW, BAFA) in Anspruch nehmen
  • Ihre Heizkosten sind unverhältnismäßig hoch
  • Sie möchten den Wert Ihrer Immobilie langfristig steigern
  • Die Heizung steht zur Erneuerung an und Sie möchten die richtige Technik wählen
  • Sie haben ein Gebäude geerbt oder kürzlich gekauft und möchten den energetischen Zustand kennen

Der 5 %-iSFP-Bonus: Mehr Förderung durch den Sanierungsfahrplan

Einer der wichtigsten finanziellen Vorteile des iSFP ist der sogenannte iSFP-Bonus: Wenn Sie eine Einzelmaßnahme umsetzen, die in Ihrem iSFP empfohlen wird, erhalten Sie einen zusätzlichen Förderbonus von 5 Prozentpunkten auf den regulären Fördersatz.

Das klingt zunächst nach wenig, summiert sich aber schnell: Bei förderfähigen Kosten von 30.000 Euro für eine Dachsanierung sind das zusätzliche 1.500 Euro Förderung — allein durch den iSFP-Bonus. Bei mehreren Maßnahmen über die Jahre kann der kumulierte Bonus den Eigenanteil für den iSFP um ein Vielfaches übersteigen.

Rechenbeispiel — iSFP-Bonus:

Fassadendämmung: 40.000 € förderfähige Kosten
Regulärer Fördersatz (BEG EM): 15 % = 6.000 €
Mit iSFP-Bonus: 20 % = 8.000 €
Zusätzliche Förderung durch iSFP: 2.000 €

Der iSFP-Bonus gilt für alle förderfähigen Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle (Dämmung, Fenster, Sonnenschutz) sowie für Anlagentechnik (Lüftungsanlagen). Für Heizungstausch-Maßnahmen gilt der iSFP-Bonus derzeit nicht, da hier bereits andere Boni (z. B. Klimageschwindigkeitsbonus) verfügbar sind.

Gültigkeit: 15 Jahre Planungssicherheit

Ein großer Vorteil des iSFP ist seine lange Gültigkeit von 15 Jahren. Das bedeutet: Sie können die empfohlenen Maßnahmen Schritt für Schritt über einen langen Zeitraum umsetzen — ganz in Ihrem Tempo und passend zu Ihrer finanziellen Situation. Der iSFP-Bonus bleibt während der gesamten Gültigkeitsdauer erhalten. Sie sind also nicht gezwungen, alle Maßnahmen sofort umzusetzen, sondern können strategisch planen und jede Maßnahme einzeln fördern lassen.

iSFP vs. Energieausweis — Was ist der Unterschied?

Diese Frage wird uns häufig gestellt. Hier die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

KriteriumiSFPEnergieausweis
ZweckUmfassende SanierungsberatungEnergetische Bewertung (Pflichtdokument)
UmfangDetaillierter Maßnahmenplan mit ReihenfolgeKennwert + kurze Empfehlungen
Förder-BonusJa, 5 % iSFP-BonusNein
Gültigkeit15 Jahre10 Jahre
Kosten1.500–2.500 € (50 % BAFA-Förderung)50–500 €
Vor-Ort-BegehungJa, immerNur beim Bedarfsausweis

Kurz gesagt: Der Energieausweis ist ein Pflichtdokument, der iSFP ist ein strategisches Planungsinstrument. Wer sanieren und Förderungen optimal nutzen möchte, braucht einen iSFP. Wer lediglich ein Dokument für den Verkauf oder die Vermietung benötigt, ist mit einem Energieausweis bedient.

Ablauf: So entsteht Ihr iSFP — Schritt für Schritt

1

Erstgespräch & Auftragsklärung

In einem kostenlosen Erstgespräch besprechen wir Ihre Situation, Ihre Ziele und klären den Umfang der Beratung. Sie erhalten ein transparentes Angebot.

2

Datenerfassung & Vor-Ort-Begehung

Wir besichtigen Ihr Gebäude vor Ort, nehmen die Gebäudedaten auf (Maße, Bauteile, Heizung, Fenster, Dämmzustand) und erfassen den energetischen Ist-Zustand. Bitte halten Sie vorhandene Unterlagen wie Baupläne, Heizungsrechnungen oder frühere Energieausweise bereit.

3

Energetische Analyse & Berechnung

Auf Basis der erfassten Daten erstellen wir ein detailliertes Energiemodell Ihres Gebäudes. Wir berechnen den Ist-Energiebedarf, identifizieren Schwachstellen und simulieren verschiedene Sanierungsvarianten.

4

Erstellung des iSFP-Berichts

Sie erhalten einen anschaulichen Bericht mit farbigen Grafiken, der den aktuellen Zustand Ihres Gebäudes zeigt und die empfohlenen Maßnahmenpakete mit geschätzten Kosten, Einsparungen und verfügbaren Fördermitteln darstellt.

5

Erläuterungsgespräch

In einem persönlichen Gespräch erläutern wir Ihnen den iSFP im Detail, beantworten Ihre Fragen und besprechen die nächsten Schritte. Dieses Gespräch ist fester Bestandteil der BAFA-Förderung und daher immer im Leistungsumfang enthalten.

Der gesamte Prozess dauert in der Regel 3–6 Wochen von der Beauftragung bis zur Übergabe des fertigen iSFP. Die Vor-Ort-Begehung nimmt je nach Gebäudegröße 1–3 Stunden in Anspruch.

Was kostet ein iSFP?

Die Kosten für einen iSFP liegen bei Ein- und Zweifamilienhäusern typischerweise zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Dank der BAFA-Förderung von 50 % (maximal 650 € bei 1–2 Wohneinheiten, maximal 850 € ab 3 Wohneinheiten) beträgt Ihr Eigenanteil oft nur wenige hundert Euro.

Bedenken Sie: Der iSFP-Bonus von 5 % auf alle folgenden Einzelmaßnahmen übersteigt den Eigenanteil für den iSFP oft bereits bei der ersten Sanierungsmaßnahme. Eine detaillierte Kostenübersicht finden Sie in unserem Ratgeber „Was kostet eine Energieberatung?“.

Praxisbeispiel: Familie Schneider in München-Pasing

Ausgangssituation: Familie Schneider besitzt ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1978. Die Gasheizung ist 22 Jahre alt, die Fenster sind noch im Originalzustand und die Fassade ist ungedämmt. Die jährlichen Heizkosten betragen rund 3.200 Euro.

Der iSFP empfiehlt drei Maßnahmenpakete:

  1. Paket 1 (Jahr 1): Fassadendämmung und Fenstertausch — geschätzte Kosten: 45.000 €, Förderung mit iSFP-Bonus: 9.000 €
  2. Paket 2 (Jahr 2): Dachdämmung — geschätzte Kosten: 18.000 €, Förderung mit iSFP-Bonus: 3.600 €
  3. Paket 3 (Jahr 3–4): Heizungstausch auf Wärmepumpe — geschätzte Kosten: 28.000 €, Förderung: bis zu 70 %

Ergebnis: Die prognostizierte Energieeinsparung beträgt rund 65 %. Die jährlichen Heizkosten sinken von 3.200 € auf etwa 1.100 €. Die zusätzliche Förderung allein durch den iSFP-Bonus: 4.350 € — bei einem iSFP-Eigenanteil von nur 800 €.

Häufige Fragen zum iSFP

Ist ein iSFP Pflicht?

Nein, der iSFP ist freiwillig. Allerdings ist er Voraussetzung für den 5 %-iSFP-Bonus bei der BEG-Förderung von Einzelmaßnahmen. Angesichts der damit verbundenen finanziellen Vorteile ist er in den meisten Fällen sehr empfehlenswert.

Wie lange ist ein iSFP gültig?

Ein iSFP ist 15 Jahre lang gültig. In diesem Zeitraum können Sie die empfohlenen Maßnahmen schrittweise umsetzen und den iSFP-Bonus für jede Einzelmaßnahme in Anspruch nehmen.

Muss ich alle Maßnahmen aus dem iSFP umsetzen?

Nein, der iSFP ist eine Empfehlung, keine Verpflichtung. Sie entscheiden selbst, welche Maßnahmen Sie wann umsetzen möchten. Der iSFP dient als Orientierung und Planungshilfe.

Kann ich den iSFP auch für ein Mehrfamilienhaus erstellen lassen?

Ja, der iSFP kann für alle Wohngebäude erstellt werden — vom Einfamilienhaus bis zum großen Mehrfamilienhaus. Bei Mehrfamilienhäusern mit 3 oder mehr Wohneinheiten beträgt die maximale BAFA-Förderung sogar 850 € statt 650 €.

Wer darf einen iSFP erstellen?

Einen iSFP dürfen nur zertifizierte Energieberater erstellen, die in der Energieeffizienz-Expertenliste (EEE) für Förderprogramme des Bundes gelistet sind. Alle Berater von EWI sind dort gelistet und erfüllen die Anforderungen vollumfänglich.

Fazit: Der iSFP lohnt sich fast immer

Der individuelle Sanierungsfahrplan ist weit mehr als ein Dokument — er ist Ihr strategischer Leitfaden für eine wirtschaftlich optimale energetische Sanierung. Mit dem 5 %-iSFP-Bonus, der 50 %-BAFA-Förderung und einer Gültigkeitsdauer von 15 Jahren bietet er ein hervorragendes Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Bei EWI erstellen wir Ihren iSFP mit langjähriger Erfahrung und regionaler Expertise für München und Umgebung. Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch und erfahren Sie, wie ein iSFP Ihnen konkret weiterhelfen kann.

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